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13.12.2006 - Von Lüneburg bis Portugal

27.12.2006 - Kurz nach Xmas...

08.01.2007 - Auf Wiedersehen Europa ...

28.01.2007 - Willkommen in 1000 und 1er Geschichte

14.02.2007 - Die Wüste steht vor der Tür

28.02.2007 - Das Ende der Welt

11.03.2007 - Islamische Republik Mauretanien

11.04.2007 - We are back in MAROC

06.05.2007 - Von Wüste, Schnee und saftig grünen Wiesen

26.06.2007 - Hola und schöne Grüße von Jimmy Glitschy

 

 

 


13.12.2006 - Von Lüneburg bis Portugal

Moinsen, also jetzt ist der 13. Dezember 2006, wir sitzen in Porto, für alle Erdkundemuffel in Portugal, und schaffen es zum ersten mal etwas zu schreiben. Wir wissen jedoch noch nicht, wann genau es denn der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, da das nicht in unseren Händen liegt. Verdammt, schreiben wie ging das denn noch und wo vor allem anfangen. Also gut, was ganz aktuelles. Stellt euch vor ihr wacht auf, macht die Bustür auf, die Sonne scheint durch die Blätter, draußen ist es ein bisschen feucht und um euch herum wachsen die Eukalyptusbäume in den Himmel. Tja, jetzt beginnt die Schwierigkeit, da ich „Das Parfum“ nicht gesehen (dafür „Stadt der Engel“ – aber nicht so ein literarisches Talent habe), diesen Geruch zu beschreiben, es ist wie in der Sauna und `ne Tüte Hustenbonbons zusammen, nur natürlich und echt. Dazu zwitschern die Vögel und je nach Schlafplatz, hört man entweder die Wellen oder die Autos von der Autobahn. Während der 7967km die wir in den letzten 56 Tagen hinter uns gebracht haben überwiegt das erste, dazu kommt der Geruch von Meer und der Geschmack von Salz – und vor allem keine Häuser, mit schlechtgelaunten Sekretärinnen drinne vor der Nase. Der Weg ging soweit es möglich war immer an der Küste lang. In Holland war es noch sehr flach und man musste sich fast schon auf die Zehenspitzen stellen, um das Wasser zu entdecken. Nach einer Woche ging es dann noch mal zurück nach Deutschland, um sich bei Ulf und Jeannie für ein paar Tage einzunisten und das letzte mal für ??? Zeit in einem Haus zu schlafen. Über Luxemburg ging es zurück an Meer: der Atlantik war erreicht – unser Wegweiser. Solange er rechts von uns liegt, sind wir auf dem richtigen Weg. Auf ihn konnte man sich auch verlassen, da weder die Franzosen, Spanier noch Portugiesen es schaffen, sich mit ihren Schildern auf eine Richtung zu einigen ohne einen komplett zu verwirren. Was soll ich groß schreiben, Einzelheiten sind zu viel verlangt. Soviel sei gesagt, wir hatten alles: Sturm, Regen, Nebel, Sonne, Windstille, Wellen, Autoschlüssel im Auto bei abgeschlossener Türe, bewegliche Bäume beim rückwärts ausparken, kleine Strände, große Strände, saubere und dreckige, schöne, sehr schöne und fantastische, sandige, steinige, felsige Strände, Steilküste, verlorene Becher, keine, kalte, warme Dusche, Bier, Wein und Wasser, Angelpech und Muskelkater. Ich geb ab an Resel… Und jede Menge schrumpflige alte bucklige kleine Hexen am Wegesrand. Jetzt ich wieder… Ach ja wir wollten auch schon so manche große Stadt uns anschauen, aber meistens haben wir es denn doch nur aus dem Auto gemacht: zu hektisch, zu groß, zu viel Regen. In Vigo hatten wir mal optimale Bedingungen und einen exklusiven Parkplatz im Yachthafen. Was gab es zu sehen, also Zara, H&M, BurgerKing, C&A… . In Porto gibt es das zwar auch, aber die Stadt hat was, ein bisschen wie Lüneburg nur in groß. So die Damen und Herren, werden diesen Keller gleich verlassen und uns wieder in unsere Kutsche setzten, auf der Suche nach neuen Überraschungen und Abenteuer. Also lasst es euch allen gut gehen, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir versuchen ab jetzt öfter mal was auf die Seite zu bringen. Naja, müsst schon ein wenig Verständnis haben falls es doch etwas länger dauert, denn wir sind viel beschäftigte junge erfolgreiche Reisende, aber großes Indianerehrenwort, wir tun unser Bestes. Auf geht’s….


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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27.12.2006 - Kurz nach Xmas...

Heute schreiben wir den 27.12.2006. Wir stehen in der Nähe von Sagres, den südwestlichsten Zipfel des europäischen Festlandes, am Abgrund (Steilküste). Es geht 30 bis 40 Meter in die Tiefe. Unten brodelndes Wasser und jede Menge Felsen. Hoffentlich denke ich heute Nacht dran, wenn ich mal wieder Pinkeln muss. Ich finde zwar nicht, dass ich eine schwache Blase habe, aber Mirco ist da (glaube ich) anderer Meinung. Nun aber erst mal zu den wichtigeren Dingen. Wir haben das Fest der Liebe und der Familie feucht fröhlich und auch ein bisschen traurig überstanden. Überstanden ist auch falsch gesagt. Wir haben bei herrlichen Sonnenschein, Strand und lecker Essen in trauter Zweisamkeit in Guincho (dem legendären Wavespot Portugals) gefeiert. In Portugal ist nur am 25.12. Feiertag und somit konnten wir den zweiten Weihnachtsfeiertag in Lissabon bei Ikea verbringen. Zur Freude meinerseits. HUHUHUHU.

Was gibt es sonst noch so neues? Da wir nur einmal in der Woche auf einem Campingplatz sind und eine Dusche pro Woche doch zu wenig ist, gehen wir beide nun regelmäßig in die Schwimmhalle. Ich habe mich bei meinen Lieblingsladen (zur Zeit) Decathlon auch gleich mal professionell mit Badeanzug, Schwimmbrille und einer Badekappe ausgestattet. (in Portugal ist Badekappenpflicht, was wir natürlich auch nicht wussten). Manche Südländer sind auch ganz schön beharrt, jedoch weniger am Kopf. Aber egal wir besitzen nun halt Badekappen. Leider war der letzte Schwimmhallenbesuch nicht so erfolgreich. Ich hätte mir auch gleich noch Badelatschen besorgen sollen. Ich habe mich doch glatt mit meinen neuen Montur vor allen Leuten mitten in der Halle auf die Fresse gelegt. Zu erst haben noch alle gelacht, aber als sie mein schmerzversehrtes Gesicht gesehen haben, sah das schon anders aus. Das hat echt ganz schön weh getan und peinlich war es auch noch. Ich war froh als ich im Becken abtauchen konnte.

Naja und heute ist mir bisher das Schlimmste auf unserer Reise zugestoßen, aber das muss Mirco berichten. Ich kann das nicht sonst kommen gleich wieder die Gewissensbisse zum Vorschein. Also ich übergebe …

… so hier ist jetzt der gewissenslose Andere. Resel hat sich heute den Namen „Killing Dog“ zugelegt, indem sie es auf einen nicht einmal kniegroßen Hund abgesehen hatte, den sie mit Elmo eiskalt überfahren hat. Da die portugiesischen Hunde jedoch dieses riskante Hobby tagtäglich ausüben, fahrende Autos zu verfolgen und trotz raushängender Zunge und erhöhten Speichelfluss, die Straßenseite zu wechseln, hat er eine Judorolle gemacht, ist in die Igelstellung gerollt und hinterm Auto wieder rausgerollt, sich kurz geschüttelt, geguckt ob seine beiden am Straßenrand wartenden Kumpels sein Manöver auch beobachtet haben, um dann adrenalin-vollgepumpt weiter zu laufen und sich die Lunge aus dem geschundenen Leib zu kläffen. Zu Resels Ehrenrettung muss gesagt werden, dass sie anhalten wollte, um den Hund zum Arzt zu bringen, was er persönlich jedoch bestimmt als Beleidigung seines Stuntdog-Talentes aufgefasst hätte. Später haben wir uns dann noch auf einer ziemlich miesen Piste ein Rennen mit zwei kurzen Schwarzen geleistet, welches ziemlich dramatisch war und mehrmals ein Atemstocken beim Publikum ausgelöst hat. Aber alles ist gut und Resel hat einen neuen Namen. Es ist schon später und der Magen schreit nach Essen, vielleicht gibt's nachher noch Nachschlag sonst die Tage.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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08.01.2007 - Auf Wiedersehen Europa ...

… nachdem wir uns gut ins neue Jahr am Strand von Trafalger gebuddelt haben und am nächsten morgen unseren Kater versucht haben das Surfen beizubringen, jaja Katzen sind wirklich wasserscheu, geht's am Montag endlich rüber nach Marokko. Aber heute ist erst Samstag, der 6. Januar und in Spanien ist wieder Feiertag, also Zeit die letzten Tage zusammen zu fassen. Was haben wir die letzten Tage getrieben???

Als erstes haben wir, nachdem wir die schöne Westküste Portugals genossen haben und völlig unvorbereitet in der Algarve angekommen sind einen Streckenrekord aufgestellt: in 3 Tagen sind wir fast 900 Kilometer gefahren – Camper, Camper, Camper, jeder Strandparkplatz war belegt mit Rentnern aus allen Teilen Europas. Und zwischen den Rentnern waren Hotels und mehrstöckige Apartmenthäuser. Also ab zurück nach Spanien, aus dem wir Wochen zuvor wegen Regen geflüchtet sind. Diesmal schien die Sonne und Huelva, Sevilla, Cadiz und Jerez lagen auf unserem Weg nach Trafalger. Unser Platz am Meer, die sommerlichen Temperaturen und der direkt vor der Tür liegende Strand haben uns so gut gefallen, dass wir nach unserer Zeitrechnung drei Sonnenuntergänge dort verbracht haben und zum erstenmal LSF 18 (Lichtschutzfaktor, das Zeug verlängert den Aufenthalt in der Sonne) zum Einsatz kam. Als hätten wir es geahnt, nachdem ich ja auch fast!? jeden Abend meinen TamTam (meinen Windglücksbringer) geküsst habe, bei unserer Ankunft in Tarifa war Wind. Was ein Glück, denn die Leute erzählten hinterher, sie wären seit Anfang November auch zum ersten Mal wieder auf dem Wasser. Haben uns natürlich den einzigen Flecken Strand ausgesucht, der einen leicht steinig-scharfen Untergrund hatte und meine Füße, als notorischer Schuhverweigerer, ein wenig geritzt sind, aber egal war absolut entspannend und ich konnte super schlafen. Naja seitdem ist auch wieder Ruhe eingekehrt und man macht halt das übliche: ausschlafen, frühstücken, durch unser 1,20m x 1,37m Panoramafenster nach Afrika rüberschauen, an den Strand gehen, schwimmen, lesen, Resel ärgern, Drachensteigen, mit unverschämten Aussagen Minuspunkte bei daheimgebliebenen sammeln. Quatsch, wir genießen jeden Tag und unserer Strichliste mit den aufeinanderfolgenden regenfreien Tagen wir immer länger. Gestern haben wir einen kurzen Abstecher auf englischen Boden gemacht, dabei dachte ich immer die würden links fahren, war aber nicht so. Vielleicht hat sich das in 2007 ja geändert, dafür geht die Start- und Landebahn direkt über die Straße. Alle Autos wurden an der Grenze übrigens so durchgewunken, und nun ratet mal welches sie rausgezogen haben? RICHTIG!!! Affen haben wir keine gesehen, da unser Elmo zum wiederholten Male zu high ist: „You can not park here because your car is to high.“ Schönen Gruß an den Erfinder der Höhenbeschränkung.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Willkommen in 1000 und 1er Geschichte – MAROKKO

Nachdem wir, wie wir im nachhinein festgestellt haben, mit einer ziemlich teuren Fährverbindung von Algeciras nach Ceuta gefahren sind, erwartete uns an der marokkanischen Grenze bereits das erste Abenteuer: die Einreise. War es die letzten Wochen, außer nach Gibraltar, kein Problem die nicht-wirklich-bestehenden Grenzen zu überschreiten, erwarteten uns dort Schlepper, bestechliche Grenzbeamten, Stein-schmeißende Gastgeber, die auf der anderen Seite des großen weißen Zaunes sitzen und ein verwirrend arabisch-französischer Sprachmix. Aber nach ca. zwei Stunden haben wir fast alles richtig ausgefüllt und wurden, nachdem unsere Papiere noch einmal in der Hand eines Zöllners in der Menge verschwanden, über die Grenze gewunken.

Nach dem ganzen Stress und Getümmel sind wir, nach dem Rat von älteren französischen Damen, erst einmal auf den nächsten Campingplatz gefahren um uns unter einer heißen Dusche und leckeren Essen zu erholen. Anscheinend machen das aber alle neu Einreisenden. Der Platz war überladen mit Wohnmobilen und anderen fahrbaren Gefährten, deren Insassen einen Altersdurchschnitt von mindestens 60 haben. Gott sei Dank reichte bei mir noch das warme Wasser, was bei Mirco schon anders aussah. Geschlafen haben wir die erste Nacht doch ganz gut, obwohl der Muezan sein Bestes gab.
Die folgenden Tage haben wir erste Eindrücke von dem Land und den Menschen gesammelt und versucht uns ein wenig anzupassen und nicht ganz so aufzufallen (was bei Mircos blonden Haaren ein wenig schwer fällt).

Tja da wir halt auffallen waren wir natürlich beliebter Ansprechpartner für alle möglichen Angebote. Vom Tee bis zum Essen, von geführten Touren bis zu Handwerkszeug. Ist ja alles schön und gut, dazu sieht es auch meistens toll aus, nur das Anstrengende daran ist, dass man noch nicht mal wirklich steht und schon sind sie da. Aber unsere Ablenkungs- und Ausweichmanöver werden von Tag zu Tag raffinierter und so können wir vieles ungestört entdecken und genießen. Aber die Menschen sind dabei eigentlich auch immer freundlich und freuen sich über das Gespräch, Ausnahmen gibt es natürlich auch, aber das sind halt Begleiterscheinungen, die zu jeder Ansammlung von Menschen, egal wo man sich aufhält, dazugehören.
Kurze Zusammenfassung der letzten 18 Tage: Als erstes sind wir ins Rif-Gebirge gefahren und sind an einem Mittelmeerstrand gelandet. War schon komisch nach Wochen der lauten und kräftigen Atlantikbrandung nun auf einmal dem seicht dahinplätschernden Mittelmeer-Wellen-Konzert zu lauschen. Und siehe da, noch bevor der Tag zu Ende war waren wir auch schon wieder verschwunden und haben uns auf den Weg Richtung Tanger gemacht. Schließlich ist es ja auch der WestCoastSoulTrip und mit dem Atlantik zu unserer Rechten ging es uns bisher ja auch ziemlich gut. Strände, grüne Landschaften am Straßenrand, kleine Ansammlungen von Hütten aus allen möglichen Baumaterial, Esel, Esel, Esel….. und einige Städte waren so die ersten Eindrücke. Kulinarisch zu empfehlen ist alles, betonen sollte man fleischloses, was es am Straßenrand zu kaufen gibt, zum Beispiel 1 Kilo Organen für ca. 40 Cent oder 1 Kilo Tomaten, ihr wisst schon diese roten Kugeln mit dem grünen Strunk obendran, für ca. 10 Cent – abhängig natürlich vom Verhandlungsgeschick. Keine Chance für Aldi und Co, denn billiger und vor allem frischer als hier geht’s wohl kaum. Es gibt natürlich auch fleischiges, dazu gehört jedoch auch entweder zuzuschauen wie dem Huhn oder Hasen der Hals umgedreht wird, oder es lebendig mitzunehmen um es zu Hause selbst auszuprobieren. Die Erfahrung haben wir mit einem Fisch gemacht, alle moralischen Vegetarier und Tierfreunde sollten auf Seite 11 weiterlesen, an dem wir aufgrund mangelnder Erfahrung einige Methoden ausprobiert haben ihn zum Schweigen zu bringen. Alle Fischkenner werden jetzt zu Recht monieren, dass ein Fisch gar nicht sprechen kann, aber wenn manche Menschen das Gras wachsen hören, warum soll nicht auch ein Fisch sprechen können??? Er Ruhe nun in Frieden in unseren Mägen und solle danach wieder ins ewige Meer gelangen. Zu unserer Entschuldigung soll gesagt werden, dass er mindestens 2 Meter groß und ca. 50 Kilo auf die Waage gebracht hat.

Ja Ja was Mirco wieder alles sieht. Letztendlich war der Fisch nur so groß (siehe Fotos), dass man ihn bei einem gescheiten Schlag mit dem Golfschläger tot bekommen hätte. Aber die meisten von euch kennen ja Mircos Golfkünste.

Swimming in the lake!!!!
Oh, ich schwalle gerade ein wenig herum und bring die Reihenfolge durcheinander. Denn seit zwei Wochen reisen wir zu viert, genauer gesagt zu fünft, denn wir haben auch einen Hund dabei: Jana, Stefan und Luna, der besagte Hund. Die drei leben in und reisen mit ihrem alten Omnibus durch die Gegend. Resel kann bestimmt besser von der Ausstattung vorschwärmen als ich, aber sie ist fantastisch. Der Bus: hat zunächst einmal eine richtige Toilette, welches in Marokko von Vorteil ist. Irgendwie ist man, auch wenn es den Anschein erweckt, nie wirklich allein. Hinter jeden Busch lauert etwas. Ob es streunende Hunde, Katzen, Esel, Schafe, Kühe, Menschen und neuerdings auch Kamele sind. Man kann einfach nicht in Ruhe sein Geschäft erledigen. Zweitens besitzt er eine wunderschöne kreative Dusche (welche wir heute in Anspruch nehmen konnten). Denn mit dem Duschen ist es hier auch nicht ganz so einfach. Man kann froh sein wenn man mal eine erwischt wo der Schlauch noch dran ist und auch mehr als drei Tropfen rauskommen. Aber man muss sich halt den Gegebenheiten anpassen und dann fängt es erst nach einer Woche an, auf dem Kopf zu jucken. Des weiteren könnte ich noch von dem Backofen, dem Herd, dem Brotbackautomat, dem Kühlschrank, dem Gefrierschrank, der Waschmaschine … berichten, aber das würde ja bedeuten, dass ich mit Elmo nicht zufrieden bin.
Also wie erwähnt reisen wir jetzt im Rudel, und schlafen nun auch wieder außerhalb der Campingplatzmauern, wovon uns die reisende Rentnerfraktion jedes Mal abrät – keine Ahnung was die erlebt haben. Und so haben wir tolle Plätze an einsamen Stränden gefunden, umgeben von Hügeln und grasenden Schafen und Kühen – und freundlich-neugierigen Hirten beiden Geschlechts und beinahe jeden Alters. Ich würde mal behaupten, wir fühlen uns wohl und es gefällt uns jeden Tag besser.

An manchen Tagen jedoch sollte man einfach gar nichts machen und einfach in Elmo liegen bleiben. Wenn man sich zum Beispiel gleich am frühen Morgen am Rückspiegel die Birne anhaut, wenn man gerade so noch einem Hund ausweichen konnte, aber irgendein Trottel gerade in diesem Moment zum Überholen ansetzt und man es nur noch knacken hört und im Rückspiegel die Reste auf der Strasse liegen sieht oder wenn man dann nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Surftag mit seinem großen Zeh in einen Seeigel tritt und danach nicht der Seeigel die Stacheln hat sondern der große Zeh. Tja das und noch mehr ist alles an einem einzigen Tag passiert.

Also wie ihr erahnen könnt oder auch nicht, uns ist nicht langweilig, denn außerdem erwähnten, ist noch anderes passiert, denn auch in Marokko hat der Tag 24 Stunden und die wollen ja auch bestens genutzt werden. Für den einen oder anderen daheimgebliebenen gibt es bei passender Gelegenheit noch den einen oder anderen GEHEIMTIP, was er oder sie auf alle Fälle im Falle eines Marokkobesuches auf keinen Fall verpassen sollte. Das heißt jetzt nicht, dass wir Marokko bald wieder verlassen werden, denn schließlich sind es jeweils mindestens 1500km bis zu den Landesgrenzen, außerdem wollen wir hier noch gar nicht wech…

BISLAMA


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Wüste steht vor der Tür

Assalâmu alaykum

Mittlerweile treiben wir uns schon über einen Monat in Marokko rum. Die Zeit vergeht hier einfach wie im Flug. Alles ist neu und aufregend und jeden Tag gibt es was anderes zu entdecken, von dem wir euch nun ein wenig berichten wollen:

Aus Essaouira, ein altes Hippie- und Aussteigerdörfchen in dem schon Jimi Hendrix, Bob Marley oder auch Janis Joplin ihre Tage verbracht haben, stammte ja unserer letzter Reisebericht. Wer von euch mal in Marokko vorbeischaut, sollte auf jeden Fall einen Stop in Essaouira machen. Man kann dort sehr schön in der Medina bummeln gehen und den Einheimischen bei verschiedenen handwerklichen Aktivitäten über die Schulter blicken oder einfach den einmaligen Flair in einen der zahlreichen Straßencafes bei einem Tee genießen. Genau das werden wir auf dem Rückweg auch noch mal machen und vielleicht das ein oder auch andere Mitbringsel ertauschen. Ihr habt schon richtig gelesen. In Marokko braucht man nicht unbedingt Geld um zu überleben. Oft kann man einfach Sachen tauschen. So habe ich zum Beispiel einen schönen Armreif erstanden. Ich habe ihn gegen Mircos Laufshirt (ein Werbegeschenk) und ein Bier getauscht. Mal schauen was aus Elmo alles auf dem Rückweg dran glauben muss.

Nach Essaouira ging's weiter Richtung Agadir. Unterwegs haben wir den ein und anderen Surfspot mitgenommen. So sind wir auch in Imsouane gestrandet. Eine herrliche Bucht mit außergewöhnlich langen Wellen, bei welchen man doch ab und zu kurz vor einem Wadenkrampf stand. Wenn wir nicht gerade auf dem Wasser waren, haben wir uns im Beisein von 50 Kamelen die Sonne auf dem Bauch scheinen lassen.

Da die Straßen hier oft einer Berg- und Talbahn gleichen, befinden wir uns von Zeit zu Zeit auch mal oben auf den Bergen mit dem Namen Anti-Atlas, der Sonne noch ein Stück näher. So bevor ich jetzt weiter schreibe soll gleich klargestellt werden, dass es keine Nörgelei über die Lautstärke der Atlantikbrandung ist sondern einfach nur eine Tatsachenbeschreibung über die Schönheit der Ruhe und Idylle. Also was ich damit sagen will ist folgendes: Nachdem wir einen bewussten Abstecher ins Paradies Valley gemacht haben, was in der Nähe von Agadir ist, welches wiederum ca. in der Mitte von Marokkos Küstenlinie liegt, war es nachdem auch die letzten Tiere sich schlafen gelegt haben, ziemlich still. So still das es uns am Anfang fast unheimlich vorkam und wir gespannt gelauscht haben. Ab und zu war dann doch auch noch mal ein Tierlaut zu hören, aber ich glaube in dieser Nacht hätte man eher gehört wie sich die Erde dreht. Am nächsten Morgen dann, als die ersten Sonnenstrahlen ins Tal schienen, erwachte alles wieder zum Leben: der Bach plätscherte wieder durchs Tal, als hätte jemand den Hahn aufgedreht, die Vögel gaben ein grandioses Pfeifkonzert und unser Wasserkessel gab auch sein bestes. Nachdem Kaffee und Müsli den Weg in unseren Magen gefunden hatten, machten wir uns auch auf die Suche nach dem Wanderpfad. Nach anfänglichen Problemen den richtigen Weg zu finden, ging es los. Ein Wort: unglaublich, oh ein zweites Wort soll noch hinzugefügt werden: schön, wenn es erlaubt ist?! Über Stock und über Steine, aber brich dir nicht die Beine… ging es durchs Tal, immer am Bach entlang und dann durch die Oase hinauf ins Dorf. Und die Aussicht, alleine dafür hat sich der Weg gelohnt. Dann die Überraschung: der Rückweg, verdammt, war ganz schön anstrengend, auch wenn es oder gerade weil es bergab ging. Naja, Schlafstörungen hatte danach keiner von uns. Am nächsten Tag fuhren wir noch weiter die Berge hinauf vorbei an blühenden Mandelbäumen zu den Wasserfällen von Immouzer des Ida Outane, die wohl mal ziemlich beeindruckend gewesen sein müssen, zur Zeit aber eher einem undichten Wasserrohr gleichen. Danach ging es wieder an den lärmenden Atlantik nach Taghazout, wo wir ein paar Tage live und direkt am Strand mit surfen, faulenzen und Kartenspielen verbracht haben. Für eine Nacht haben Resel und ich einen Abstecher nach Agadir gemacht, um festzustellen, dass es uns dort nicht gefällt. Die Stadt wurde nach einem Erdbeben vor ca. 40 Jahren neu aufgebaut und hat wenig mit den anderen großen marokkanischen Städten gemeinsam, sondern ähnelt eher einer Bettenburg an der Mittelmeerküste. Da gab es nur eins, Sachen zusammengepackt, Resel in Elmo gesteckt und ab zurück nach Taghazout, wo Jana und Stephan immer noch an Ort und Stelle standen. Da die beiden auch endlich mal surfen wollten, einen Anzug hatten sie bereits ertauscht, wurde noch ein Surfbrett und ein Bodyboard ausgeliehen und der Extrem-long-surfing-Day wurde gestartet. Das Resultat: sonnenverbrannte Nasen, Sturzbäche aus den Nasen am Abend, Muskelkater und jede Menge Spaß. Tja da es unser WestCoastSoulTrip ist, wollen wir auch so langsam die Küste weiter runter und die Zeit des Abschiedes von Jana und Stephan kam dann ein paar Nächte später kurz vor Sidi Ifni. Nachdem wir die letzten vier Wochen gemeinsam fast 2000km gefahren sind und dabei viele Abende bei Essen, Wein, Feuer und Karten verbracht haben, reisen Resel und ich jetzt alleine weiter und machen uns auf um in die Wüste zu fahren. Und dann, wenn wir nach mehr als 1000km Sand, Sand, Sand endlich in Dakhla angekommen sind, dann gibt es wieder neue Bilder und Geschichten. Aber wann das sein wird, das ist noch ungewiss, denn ich habe gehört, dass man dort WINDsurfen kann und immer, wohl eher fast immer oder doch meistens oder gar nur oft, Wind sein soll. Also habt Verständnis wenn es ein wenig dauert, denn entweder sind wir auf dem Wasser oder pflegen unsere geschundenen Hände und sind nicht in der Lage zu tippen. Aber ppppsssssscccccchhhhhhtttt, nur nicht zu voreilig sein, sonst überlegt es sich der Wind vielleicht noch und überwintert wo anders.

Lasst es euch gut gehen, wir tun es auch.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Ende der Welt

Hello my friends,

Jetzt treiben wir uns schon ein paar Tage an einem Ort in der Wüste rum, der von unseren Damen und Herren Reiseführern auch gerne als das Ende der Welt bezeichnet wird, ob im positiven oder negativen Sinne wird nicht geschrieben. Ist natürlich auch Ansichtssache und als Diplom-Sozialpädagogen haben wir ja auch die Wörter Empathie, Wertschätzung und pädagogischen Takt verinnerlicht und sind daher ganz offen für die Erfahrungen und Äußerungen unserer lieben Mitmenschen. Aber wenn das hier das Ende der Welt sein soll, dann sind wir hier bis auf ein paar Abstriche genau richtig. Wind, Wind, Wind!!! Das bedeutet eine nahezu 100% Windausbeute und meistens Segel zwischen 4,0qm und 4,7qm. Für alle denen diese Angaben nix sagen, lasst euch gesagt sein, das ist einfach nur geil. Dazu kommt türkisblaues Wasser, Sonne (jaja genau das Ding was die Luft und das Wasser warm macht) und ein traumhaftes Panorama, egal in welche Richtung man schaut. Außerdem ist es ein Ort wo selbst Kiter und Windsurfer Freunde werden können, da so viel Platz auf dem Wasser ist das sich kein Surfer wie ein Fisch im Netz fühlen muss, weil überall Drachenstrippen über dem Wasser hängen. Nicht das ich jemals Probleme mit denen hatte und ich auch nicht dem allgemeinen Vorurteil folgen möchte, dass Kiter diejenigen sind, die es beim Windsurfen nicht aufs Brett schaffen. Teilen uns den Platz hier ca. 25km vor Dakhla mit wenigen anderen Surfen und senken ein bisschen den Altersdurchschnitt vor Ort, denn einige Rentner verbringen den Winter hier unten. Der Vorteil ist, dass die meisten von denen Satellitenfernsehen haben und wir so in den Genuss topaktueller Fußballergebnisse kommen. Nur zum Sportschau gucken hat uns leider noch keiner eingeladen. Aber es ist total entspannt hier. Auf der einen Seite Flachwasser und nur ein paar Meter weiter ist das offenen Meer und der gewohnte Atlantiksound. Jetzt der genannte Abstrich: es gibt im Umkreis von 1000km kein Bier. Lasst das mal kurz auf euch wirken…………

Außer ihr nehmt die 25km hin nach Dakhla und 25km zurück zum Ende der Welt, mindestens eine Polizeikontrolle (mit Rückweg min. 2), die Suche nach diesem einen bestimmten Hotel und dann noch 2€ für ein klitzekleines Döslein Bier in Kauf, das nach dem Öffnen á la „Fear and Loathing“ versandet, wenn es vorher nicht schon verdunstet ist. Aber ansonsten fällt mir nix gravierendes ein. Na gut die eine oder andere Fliege ist vielleicht doch überflüssig und nervig aber mit zwei tollen neuen Fliegenklatschen ausgestattet, die alte war nicht mehr ganz so präzise, bekommt man das unter Kontrolle.

Auch der Weg hier runter ist schon was besonderes, denn hinter jeder Kurve kann sich die Landschaft verändern. Eben noch flach und Geröll und dann schon hügelig und feinsandig. Auch wenn die Farben dabei nicht bunt wie Schmetterlinge sind und nicht unbedingt Frühlingsgefühle wecken (aber wir hatten ja auch noch keinen Winter or wat?!) ist es doch sehr abwechslungsreich und die Farbpalette der Rot-, Gelb-, Grau- und Brauntöne ist beeindruckend. Voralledem dann, wenn es uns während eines Sandsturms bunt gemischt um die Ohren wirbelt. Jetzt bleiben wir hier ein paar Tage und surfen uns ordentlich Schwielen und Blasen an die Hände, bevor es weiter nach Mauretanien geht, was noch hinter dem Ende der Welt liegt.

Also durchhalten, denn bei euch steht der Frühling vor der Tür und der Winter packt so langsam seine Sachen und macht sich davon. Wir schicken euch auf alle Fälle viele sonnige Grüße und bei dem Wind hier, sollten sie schnell bei euch sein.

Hang loose !!!


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Islamische Republik Mauretanien

Heute schreiben wir den 11.03.2007 und wir können nun behaupten, (falls uns noch mal jemand fragen sollte, was ständig vorkommt) dass wir nicht das erste Mal in Marokko sind, sondern zum Zweiten. Aber mal langsam. Das letzte mal haben wir uns ja aus der Surferhochburg Dakhla gemeldet. Nach einen ausgiebigen Putztag an Elmo und an uns (wer weiß wann wir wieder die Gelegenheit bekommen), haben wir uns auf den Weg nach Mauretanien begeben. Vor uns lagen 400 km Wüste bis zur mauretanischen Grenze. An der Grenze verlief eigentlich alles nach afrikanischen Bedingungen. Das heißt:

  1. Warten bis dann doch irgendwann mal geöffnet wird.
  2. Nicht wissen wo sein Reisepass geblieben ist.
  3. Mit allen anderen hoffen, dass vielleicht schon jemand durch ist und einen sagen kann wie es läuft, wenn es sich nicht bereits wieder geändert hat.
  4. Doch irgendwann den Stempel im Reisepass zu haben, aber mit den Autopapieren stimmt (angeblich?!) was nicht.
  5. Für Eminem gehalten zu werden (was sich später noch als Vorteil herausstellte).
  6. Von den Grenzbeamten nach Geschenken oder Euros gefragt zu werden (die dann sogar noch um die Höhe des Geldgeschenkes mit uns handeln wollten).

… und so weiter und so fort. Das ganze kann dann schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Aber wir haben alles gut überstanden. Obwohl die vier Kilometer Niemandsland zwischen Marokko und Mauretanien ganz schön schweißtreibend waren. Das war wirklich die schlechteste Piste, die wir bisher gefahren sind. Zum Glück hatten wir vor uns einen LKW der wusste wo es langgeht. Ansonsten wären wir wohl auch auf einen der zahlreichen Autofriedhofs am Pistenrand gelandet oder wären womöglich auf eine Mine gefahren, da die Autospuren überall und nirgends hinführten.

Nach dem Chaos brauchten wir erst mal ein paar Tage Erholung. Wir haben es uns an der Lagune von Nouadhibou gemütlich gemacht und die Tage mit sonnen, baden, lesen, angeln, surfen und Muscheln sammeln verbracht. Was man halt so den ganzen Tag macht. Nach drei Tagen hatten wir jedoch beide einen üblen Sonnenstich und haben uns nach Nouâkchout (Hauptstadt Mauretaniens) aufgemacht. Wieder Wüste, Sandsturm, 40Grad und kein Schatten. Diesmal 465 Kilometer in sage und schreibe geschlagenen 8 Stunden und 47 Minuten inklusive Pause, Sanddiebstahl (denn auch hier gab es noch mal eine andere Sandfarbe) und Polizei-, Zoll- und Militärkontrollen. Eigentlich wollten wir ja auch länger in der Stadt bleiben, damit sich die anstrengende Fahrt gelohnt hat und schließlich hatten wir ja eine Versicherung für 20 Tage abgeschlossen. Aber ohne Moos nix los, denn Geldautomaten gibt es dort nicht und unser vorhandenes Bargeld aus dem Euroland war relativ knapp und bei den Preisen dort, müssen alles importieren, waren wir kurz vor dem Bankrott. Konnten ein wenig was zu Essen und Trinken kaufen, den Schlafplatz bezahlen und Sprit für den Rückweg tanken. Dann war Ebbe. Over and Out!!!

Nach mehr als 5 Monaten geht es für uns nun nicht weiter in den Süden. Nouâkchout ist der Wendepunkt unserer Reise. Bis hier waren es genau 14.629 gerollte Kilometer. Ab nun befindet sich der Atlantik nicht mehr zu unserer rechten Seite. Aber das ist kein Grund in Tränen auszubrechen oder aus Verzweiflung zu futtern oder was auch immer. Wir werden in den nächsten Monaten noch ein wenig das Landesinnere von Marokko unsicher machen und uns in den Oasen mit frischen Datteln und Orangen verwöhnen lassen. Und dann mal schauen, wo es uns hinverschlägt. Aber das ist ja gesagt noch ein Weilchen hin. Wieder zu den wichtigen Dingen im Leben. Die Wiedereinreise nach Marokko verlief eigentlich (nach unserem Erstaunen) ohne weitere Vorkommisse. Na ja nicht ganz. Zwei jungen frischen und spritzigen (Ex-) Studenten mit einem Bulli kann man ja nicht ohne eine genaue Inspektion des Autos über die Grenze lassen. Also haben sie uns einen Drogenhund ins Auto gesetzt. Gesetzt ist schon richtig ausgedrückt. Der Hund war schon so alt und zerbrechlich, der ist nicht mal mehr alleine ins Auto reingekommen. Der Grenzbeamte musste doch ein wenig Unterstützung an seinem Hinterteil leisten. Ich weiß nicht ob der überhaupt noch was schnuppern konnte, da er selbst ziemlich unbeeindruckt an unserem Schmutzwäschesack vorbei ist. Letztendlich lies er seine fortschreitende Inkontinenz an unseren Reifen aus und wir durften dann unseren Weg fortsetzen.

Nun müssen wir ja noch auf die Eminem-Geschichte zurückgekommen. Nachdem der Grenzbeamte bei der Einreise auf marokkanischer Seite was an der Korrektheit der Einfuhrpapiere für Elmo auszusetzen hatte, wurde ich (damit keine Unklarheiten entstehen: ich bin Mirco) ins Chefbüro geschickt. In stolzen Englisch fragte der Chiefinspektor: „I know you, you are Eminem. Aren't you?“ Obwohl ich bereits mehrmals mit Dirk Nowitzki oder dem Weihnachtsmann verwechselt worden bin, kam das ziemlich unerwartet und überraschend. Nach einem kurzen Augenblick das sprachlosen Schweigens, konnte ich ihn davon überzeugen, dass er mich mit jemandem verwechseln müsste, und dass der kleine Fehler in unseren Papieren doch noch lange kein Grund wäre, den Grenzgang zu verweigern. Mit einem Lächeln im Gesicht gings dann ja auch weiter. Zurück in Dakhla wollten wir die Aufenthaltserlaubnis für Elmo von 4 auf 12 Wochen verlängern und mussten zum Zoll. Und wer sitzt da hinter dem Schreibtisch?! Genau, der Eminem-Fan. Also hatten wir schon gewonnen und Elmo hat das Glück sogar noch vier Wochen länger in Marokko bleiben zu dürfen als wir. Da kann man ihm nur viel Spaß wünschen und eine tolle Zeit. Den Weg kennt er ja, denn Elmo weiß wo du wohnst.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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We are back in MAROC

Wieso, weshalb, warum – es scheint von Nöten zu sein, eine kurze Erklärung an den Anfang unserer neuesten Geschichte zu stellen. Der Grund für die Umkehr der Reiserichtung ist ein ganz einfacher, nämlich der, dass wir uns in Mauretanien entscheiden mussten, ob wir uns oder besser gesagt Elmo, die Strapazen der letzten 80 Kilometer bis zur senegalesischen Grenze auf einer miesen Piste antun oder nicht. Wir haben uns entschieden, ihn zu verschonen um ihn dann später auf einige Meter Höhe in die Berge zu scheuchen Also eins zu null fürs Umdrehen. Dann galt es sich zu entscheiden, ob wir ohne Gelbfieberimpfung in den Senegal und weiter nach Gambia reisen, natürlich wäre mit Schmiergeld oder Impfausweisfälschung was möglich gewesen, aber: „ … durch Stechmücken übertragene tropische Viruserkrankung […]. Die Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber und Allgemeinerscheinungen. Nach einer Woche kann eine dramatische Verschlechterung mit Gelbsucht und Blutungen eintreten, Störungen von Herz, Kreislauf, Leber, Niere und HIRN sind lebensbedrohend[…]. Das Gelbfieber unterliegt einer strengen internationalen Melde- und Quarantänepflicht.“ Tja ratter ratter zwei zu null fürs Umdrehen. Drittens hatten wir kein Bargeld und wären nicht wieder nach Mauretanien reingekommen, denn auch hier gilt ohne Moos nix los. Endstand drei zu null fürs Umdrehen. Auch wenn man es als ein rationales Ergebnis betrachten muss, denn es gäbe auch viele gute Gründe weiter zu reisen, aber was nicht ist kann ja noch werden.

Also sind wir wieder zurück nach Dakhla, und siehe Fotos, es hat sich richtig gelohnt. Auch wenn der Wind nicht mehr ganz so häufig geblasen hat wie vor unserem Ausflug nach Mauretanien. Haben dann noch fast zwei Wochen lang den Platz blockiert und versucht den Fischen unsere Würmer schmackhaft zu machen. Aber sie scheinen wählerisch zu sein und wenig aufgeschlossen gegenüber neuen Gaumenfreuden. Verhungert sind wir zwar nicht, aber der Fisch kam aus der Dose.

Irgendwann muss man sich auch mal trennen, und der Abschied wurde uns durch den ausbleibenden Wind erleichtert. Statistisch gesehen hatten wir von den x Tagen ca. y Mal Wind, das macht in der Summe gleich z Blasen an den Händen. Mit einem breiten Grinsen und einer gewissen Vorfreude auf die Farbe grün ging es dann wieder Richtung Norden. Mit einem Zwischenstop in der Wüste vor Laayoune erreichten wir am nächsten Tag einen anderen Platz in der Wüste, der sich Camping du Desert nennt, der uns die Möglichkeit eines eiskalten Bieres bescherte. Ist schon merkwürdig, dass uns als erstes das kühle Bier in den Sinn kommt, aber nach langer Abstinenz, und gut aufgepasst immer noch aktiven Nichtraucherdasein, hat es uns schon Freude bereitet. Aber um das Bier ein wenig von seinem Sockel zu holen, die es umgebende Landschaft hat auch einen gewissen Anteil am Wohlfühlfaktor beigetragen. Weiter geht's nach Tiznit. Viel Fish and Chips für wenig Geld, lecker Käffchen, bekloppte Campingplatztouristen und ein erstandener Weltempfänger mit beschränkten Empfang. Weiter geht's in die Berge. WOW, unglaublich kurvig, unglaublich steil, unglaublich hoch und unglaublich schmale Straßen meistens ohne Leitplanken. Dazu nimmt man marokkanischen Autofahrstil und am Ende bekommt man trotz 0 Grad Celsius gefühlter Temperatur Schwitzehände und Hitzewallungen, selbst als Beifahrer. Aussichten und Eindrücke versucht ihr bitte den Fotos zu entnehmen, da das noch vorhandene Vokabular nicht ausreicht, um es angemessen zu beschreiben. Sonne, Salzwasser und Sand fordern halt ihren Tribut. Und mit diesen Worten wären wir auch schon bei den Zutaten der letzten zwei Wochen. Nachdem wir eine Metro gefunden hatten und einen Tagesausweis bekommen haben, war Elmo noch voller als er eh schon ist. Wir waren also mal wieder frei und unabhängig von allem und haben uns die Palme am Strand von Taghazout als zu Hause ausgesucht und My Friend hat sich uns als mögliche Mitfahrgelegenheit nach Deutschland auserwählt, wurde am Ende jedoch leider enttäuscht und musste an Ort und Stelle bleiben. Unerwarteter Weise wurden wir am ersten Morgen, mit vom Bier verquollenen Augen und leichten Druck auf der Rübe, vom Wind wachgeschaukelt. WINDSURFEN, als einziger auf dem Wasser, kleines Segel, jede Menge Wind und dazu Sonne. Juhu, konnte ich (Mirco) abends gut schlafen. Am nächsten Tag war Windpause, dachten wir zumindest, bis es nachmittags plötzlich einen Sandsturm gab, der uns zwang in Elmo, bei mindestens 50 Grad und geschlossenen Fenstern zu schmoren. Es kommt ja nicht häufig vor, dass ich mich über Wind beschwere, aber dort war es irgendwann nervig und sehr heiß. Nach ein paar Tagen sind wir dann zum zweiten Mal in Imessouane gelandet, wo es neben Wind zum Windsurfen auch endlich mal wieder Wellen zum Wellenreiten gab. Das einzig ärgerliche war, dass die besten Wellen schon früh morgens kamen und wir so um unseren wohlverdienten Schlaf gebracht worden sind. Aber es hat sich gelohnt, denn die eine und andere Welle ist uns zum Opfer gefallen und wurde gerippt.

Nachdem wir die letzte Nacht am Flughafen von Agadir übernachtet haben, sind wir nun auf den Weg in die Berge, die Wüste und die Oasen……

Aber dazu später mehr – ensha'llaah.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Von Wüste, Schnee und saftig grünen Wiesen

Später ist wohl jetzt gerade und Freunde aus der Heimat fordern neue Geschichten. Als wenn Bilder nicht mehr als tausend Worte sagen könnten, denn gerade nach so einem Tag wie heute, der eigentlich erst am Ende des Textes seinen Platz hätte, fällt es schwer die letzten Tage oder Wochen oder Monate auf Papier zu bringen. Der Kopf ist fullyfull mit wunderbaren Eindrücken und das Sparschwein leer.

Also als erstes einmal Hallo und schöne Grüße aus Essaouira. Der oder die aufmerksame Leser oder Leserin wird sicherlich auffallen, dass wir auch diesen Ort bereits besucht haben, beim letzten Mal jedoch in verkürzter Form. Es ist immer noch schön hier und es gibt viele helle und weniger helle Ecken und Gassen im inneren der alten Stadtmauern. Aber das führt jetzt auch schon wieder zu weit, wir wollten uns ja mit den vergangenen Tagen oder Wochen oder Monaten befassen. Der letzte Schlafplatz von dem wir berichten haben, war ja der Flughafen in Agadir. Nicht schlecht aber am Morgen doch zu viele Schaulustige. Wir sind dann weiter nach Taroudant gereist. Ein schönes kleines aber feines Bergstädtchen, wo man hervorragend Schuhe kaufen kann. Aber das ist ja nichts Neues, außer dass Mirco diesmal auch welche in seiner Größe gefunden hat. Ja ihr habt schon richtig gehört welche, also nicht nur ein Paar. Aber die Auswahl fällt auch schwer. Der eine ist aus Ziegenleder und der andere aus dehnbaren Kamelleder. Mittlerweile wiegt Elmo ein paar Kilo mehr und die Schuhe tragen auch ihren Teil dazu bei. Aber von den Schuhen wollten wir gar nicht berichten. Etwas anders bleibt uns aus Taroudant im Gedächtnis. Das Championsleaguespiel Bayern gegen Mailand. Nicht weil es so besonders spannend war, sondern weil wir es circa mit 70 Marokkanern in einem Cafe sehen konnten und wir schon sehr auffällig waren. Zum einen ich als einzige Frau (bis zur 78 Minute) und Mirco als fast wasserstoffblonder Haarschopf. Aber es war eine tolle Erfahrung, nur bei der Getränkeauswahl hatten wir so unsere Schwierigkeiten. Nach Cola, Tee und Kaffee fiel uns nicht mehr viel ein. Stellt euch das mal vor, ihr geht abends in die Kneipe zum Fußball gucken und ein Blick auf die Karte verrät euch, es gibt kein Bier in Marokko, es gibt kein Bier…. Naja und dann gewinnen auch noch die blöden Italiener (dem kann ich mich nicht anschließen – sagt wer…???) und das allerschlimmste war wohl mit Abstand, dass die Heulsuse Pipo auch noch trifft. Schönen Dank gute Nacht und ab zum Frustshoppen in die Medina, um im erstbesten Schuhladen zu zuschlagen. Neuer Tag neues Glück.

Nachdem Elmo startklar gemacht wurde, ging es weiter Richtung in die Stadt, die die Lösung unserer Frage aus dem Gästebuch ist. Unterwegs hatten wir schon befürchtet, wir hätten uns verfahren, denn eigentlich wollten wir doch Richtung Wüste fahren. Konnte es eine Fata Morgana sein oder war das Weiße etwa wirklich SCHNEE? Also rechts ran, Schlaf aus den Augen gerieben und noch mal genau hingeschaut. Tatsache Schnee, zwar ziemlich weit entfernt aber immerhin und im Laufe der Fahrt kam er uns immer näher. Hatten wir im Sommer 2006 etwa eine Vorahnung, als wir uns für Winterreifen entschieden hatten? Also um dem Wachstum unserer Nase einhalt zu gebieten, schnell die Wahrheit erzählen. Der Schnee war echt, aber nur ziemlich weit oben auf den Gipfeln des Anti-Atlas, die Straßen waren frei und die weniger hohen Berge waren ebenfalls schneefrei – haben wir selbst überprüft und sind bis zur Spitze hochgeklettert. Auf den Wiesen blühten die Blumen und die Grashalme wogen im Wind. Lange Rede kurzer Sinn, auch hier ist Frühling.

Wie sich einige mehr oder weniger erinnern können gab es dann ja auch was zu feiern, denn Resel wird auch nicht jünger. Zum Glück war es ein Wochenende, so dass wir am nächsten Tag ausschlafen konnten (siehe die vorteilhaften Fotos). Auch wenn viel Quatsch erzählt wurde, war es schön eure Stimmen zu hören. Nicht das wir uns in der Nacht daneben benommen hätten, aber bald packte uns wieder das Reisefieber und weiter ging es Richtung Wüste, welche wir anhand der Landschaft auch problemlos gefunden haben. Zur Erfrischung gab es am Abend einen Pool. Kleine Geschichte dazu: es ist heiß und staubig draußen, man schwitzt, die Nasen und Ohren sind voller Sand, man wünscht sich am Meer zu sein und für eine Abkühlung würde man alles geben. Und dann hat man die Chance in den Pool zu springen, steckt den Zeh ins Wasser und erschrickt „IIIIIIhhhhhhhhhh, das ist ja kalt. Da geh ich nicht rein!“ Zum Glück haben wir ja in unserem Haushalt Surfanzüge.

Da Elmos Tiefsandtauglichkeit zu wünschen übrig lässt und die Menschen am Ende der befestigten Straße in M'hamid ziemlich aufdringlich waren, gab es für uns nicht viel zu tun außer den Rückweg nach Zagora anzutreten. Auf dem Weg kamen wir zum zweiten Mal in den Genuss, dass schöne Draa-Tal zu durchfahren bevor es dann wieder in die Berge ging. Unterwegs hatten wir die Qual der Wahl was unsere Schlafplätze angeht und bei dem einen Plätzle geht noch mal ein großer Dank an die Rasselbande, die uns durch ihre Hartnäckigkeit vertrieben hat. Was zur Folge hatte, dass wir in einem trockenen Flussbett umgeben von einem Meer aus Palmen und Sand gelandet sind. Dort wurden wir Zeuge eines unglaublich beeindruckenden Wetterschauspiels, welches sich in Blitz und Donner, tiefdunklen Wolken und kräftigen Regenschauern zu erkennen gab. Zum krönenden Abschluss brachte die untergehende Sonne die Landschaft zum leuchten. Nochmals Danke.

In Merzouga waren wir ein wenig sportlich unterwegs und haben unsere Tiefsandtauglichkeit getestet, indem wir zum Sonnenuntergang auf Erg Chebbi's Dach gelaufen sind. Das sind riesige Sanddünen, die an der Grenze zu Algerien liegen. Geschwitzt haben wir ordentlich, den Sonnenuntergang haben uns jedoch die Wolken vermiest, das Bier hat trotzdem gut geschmeckt. Für den Sonnenaufgang um fünf Uhr am nächsten Morgen haben wir uns eine weniger hohe Düne ausgeguckt, welche durch Resels wiederholten Sanddiebstahl nun noch ein bisschen kleiner ist. Aber auch hier saßen die Wolken in der ersten Reihe. Ach ja, und glaubt bloß niemandem mehr, der euch erzählen will, in der Wüste gibt es keinen Regen. Das ist Quatsch.

Da wir in einer der wohl abwechslungsreichsten Gegenden Marokkos waren, gab es außer Schnee und Wüste, grüne Oasen und bunte Teppiche auch noch die Todra- und die Dadesschlucht auf unserem Weg nach Marrakech. Nachdem wir den letzten Anstieg in die Berge gut überstanden hatten sind wir durch grüne Täler Richtung Marrakech gerollt. Campingplatz, warme Dusche, ausgiebiger Stadtbummel durch enge Gassen mit absoluter Sinnesüberforderung, Schickimicki in der Neustadt und Gaumenschmaus am Platz der Gehängten, dazu Unterhaltung durch Schlangenbeschwörer, Wahrsagerin, tanzende Männer in Frauenkleidern, Akrobaten und Affen an der Leine, nebst zig Buden mit frischgepressten Orangensaft für umgerechnet ca. 20 Eurocent. Die nächtliche Suche nach einem angemessenen Schlafplatz, wir haben ja schließlich doch noch gewisse Ansprüche gelle, hat uns zur Tanke geführt. Dort haben wir zur nächtlichen Stunde Frank und Mandy aus der Nähe von Berlin getroffen und kurzerhand die Klappstühle rausgeholt und uns bei ein bis mehreren Bechern Wein die Zeit bis in die späte Nacht hinein vertrieben. Hat Spaß gemacht und verlangt nach Wiederholung.

Tja und nun sind wir wieder am guten alten Atlantik, die Hände sind dank Cherbi wund, Elmo voller Andenken die Kühlbox leer und wir haben nun Hunger auf ein zweites Frühstück. Also mit leeren Bauch lässt es sich schlecht schreiben und von daher ist nun auch Schluss. Für Fragen bei Unklarheiten oder für weitere Informationen stehen wir jedoch gerne zur Verfügung. Bis dahin liebe Grüße aus Essaouira.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hola und schöne Grüße von Jimmy Glitschy

Hola und schöne Grüße von Jimmy Glitschy, der Mann der aus der Tube kommt. Es gäbe viel zu berichten über die Besonderheiten der Spanier und Spanierinnen, wie z.B. die Frage, ob der Haarfortsatz am Ende der Kopfes bzw. am Anfang des Halses von oben nach unten gewachsen ist oder doch von unten nach oben seinen Weg gefunden hat. Aber Jimmy möchte ja gar nicht soviel von den ganzen anderen Menschen hier berichten sondern über die Geschichten, die ihm über Resel und Mirco zu Ohren gekommen sind. Er stellt es einfach mal als Tatsache dar, dass es sich bei alledem um die beiden handelt, auch wenn einige Phänomene noch nicht lückenlos aufgelöst werden konnten und die (wahren) Beteiligten sich bisher nicht zu erkennen gegeben haben. Aus dem Umkreis der beiden gibt es ebenfalls unterschiedliche Aussagen zu den Vorfällen. So Jimmy, let's go und komm in die Pötte mit deiner Geschichte.

Okay seit ihr auch alle da?! Jaaaaaaaaaa sind wir. Na gut auf geht's.

Die ersten Geschichten von denen mir die nach Europa zurückkehrenden Vögel aus Marokko berichteten, spielten sich im Mai dieses Jahres ab. Aufgrund des starken Windes und des dadurch aufgewirbelten Sandes, was eine ungewöhnlich hohe Flughöhe zur Folge hatte, sind es ziemlich wage Aussagen. Sie handeln davon, dass in Sidi Kaouki über einen ziemlich langen Zeitraum ein weißer VW-Bus direkt am Strand erblickt wurde, der sich nicht wirklich vom Fleck gerührt hat. Um die Möglichkeit der Verwechslung auszuschließen, wagten sich einige besonders mutige Vögel weiter hinab und erblickten zwei braun-weiß-gestreifte Zweibeiner. Einstimmig wurde berichtet, dass es sich bei den beiden um Resel und Mirco handelte, die ihren Tag mit viel nixtun verbrachten. Unterbrochen wurde der schweißtreibende Tagesablauf mit Surfen, Strandaufenthalte und der einen oder anderen Partie Boule. Auch nachdem die Sonne bereits verschwunden war, trieben sie sich von Zeit zu Zeit draußen herum und wanderten umher. Des weiteren berichteten die Vögel von einem bunten fliegenden Etwas, welches die verrücktesten Kunststücke in der Luft vollbrachte, bis es mit hoher Geschwindigkeit im Kamikazestil zu Boden raste und leblos liegen blieb. Die erschrockenen Resel und Mirco konnten nur doch den Bruch der Mittelstange feststellen und packten das unbemannte Flugobjekt in einen Sack und verstauten es im Auto. Seitdem geht das Gerücht herum, in Sidi Kaouki würde ein weiblicher Dragonkiller leben. Eines Tages setze sich das Auto, welches als Elmo identifiziert wurde, in Bewegung und hielt erst wieder, als die Stadt Safi erreicht wurde. Dort wurden die beiden mit mehreren Tüten in den Händen entdeckt und dem Gesichtsausdruck und den Schweißperlen nach zu urteilen, handelte es sich dabei um ziemlich schwere Tüten. Über den genauen Inhalt liegen jedoch keine Informationen vor. Als sicher gilt jedoch, dass die beiden noch am gleichen Tag weiter fuhren, um in Oualida eine mehrtägige Rast am Strand einzulegen. Gut erholt, was nach dem frühabendlichen Gelage auch dringend nötig war, machten sie sich erneut auf die unerwartet lange Reise, welche sie durch die Häuserschluchten Casablancas, einige steile Berge mit engen Kurven letztendlich in die Königsstadt Mekknes führte. Nachdem sie dort mehrere Runden im Kreis gefahren sind, kamen sie in der Nähe des königlichen Palastes zum Stillstand. Aufgrund der zunehmenden Dunkelheit gibt es erst ab dem nächsten Morgen Neuigkeiten. Einheimische Vögel sahen sie beim Stadtbummel und Kaffeetrinken bevor sie zurück zu Elmo kamen und dort ausgiebigst den Wasserdruck der heißen Dusche genossen haben. Es ist wichtig zu erwähnen, dass sich das Wetter und die Temperatur seit dem Verlassen der Küste drastisch verschlechtert hatte, was die Dauer des Duschens erklären könnte. Es soll ziemlich schmuddelig und kalt gewesen sein. Als nächstes wurden sie in Fes gesichtet, wo sie ein Stück außerhalb der Stadt auf einem wunderschön im Grünen gelegenen Campingplatz ihr Lager aufgeschlagen haben. In der ziemlich großen und verschlungenen Medina behielten sie einen kühlen Kopf und verloren nicht die Orientierung. Dass einzige was verloren gegangen ist, waren ca. 2mm der Schuhsohlen, aufgrund der zurückgelegten Strecke. Jetzt aufgepasst, aber pscht Elmo darf dass nicht erfahren. Es wird berichtet, dass die beiden in einen anderen Bus gestiegen sind, um in die Stadt zu gelangen. Der soll mindestens dreimal so groß wie Elmo gewesen sein, mit vielen klappernden Schrauben, Fensterscheiben rostigen Boden. Außerdem soll der immer und überall einfach angehalten haben, um die Leute ein- und aussteigen zu lassen. Einfach so. Naja und am Ende sind die beiden dann mitten in der Stadt ausgestiegen und taten so als wäre es das Normalste der Welt. Und das ganze einige Stunden später gleich noch einmal. Zwei Tage lang passierte dann nix, bevor sie endlich wieder in Elmo gestiegen sind und sich auf die vorletzte Etappe in Marokko begeben haben. Auf ging es Richtung Chefchaouen, zwar nicht über die anfangs gedachte Strecke mitten durch das Rifgebirge, weil wegen skurriler Gestalten, sondern am Fuße der Berge entlang. War auf alle Fälle auch sehr schön und eventuell doch etwas entspannter. Aufgrund des dichten Nebels in den Bergen, können die Vögel wenig berichten, sie hörten jedoch ein zufriedenes Schmatzen aus einem marokkanischen Restaurant und sahen die beiden später mit runden Bäuchen die steilen Treppen zu ihrem Rastplatz hinaufstapfen. Außerdem sind ihnen die leuchtend blauen Häuser in der Medina in Erinnerung geblieben. Und ruckzuck, als nächstes sah man die zwei in Tanger, wie sie Elmo rückwärts in die Fähre fuhren und Marokko hinter sich ließen. Von der Überfahrt gibt es widersprüchliche Aussagen, die einen berichten von lachenden Augen, während die anderen weinende gesehen haben wollen. Aber das sollen sie dann selbst irgendwann erzählen. Soweit die Geschichte, die ich, Jimmy Glitschy, von meinen fliegenden Informanten erfahren habe. Seit dem Einrollen auf spanischen Boden bin ich wieder selbst hinter ihnen und kann später dann aus erster Hand berichten.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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